„nachbild[ ]vorbildern“ – Tagung zur Emeritierung von Karl-Josef Pazzini in Hamburg

Die Tagung anlässlich der Emeritierung von Prof. Dr. Karl-Josef Pazzini findet vom 17.-19.9.2015 im Warburg-Haus Hamburg statt. Da die Plätze begrenzt sind, empfehlen wir Interessierten eine schnelle Anmeldung.

In der Bildenden Kunst haben sich die Menschen im Laufe ihrer Geschichte in je historisch und kulturell unterschiedlichen Arten und Weisen einen besonderen Bereich der Bildung vor Bildern geschaffen. Karl-Josef Pazzini versteht Bildende Kunst immer auch als einen Forschungsbereich zur Verfassung und Beschreibung des individuellen Subjekts auf dem Weg zum Anderen und vom Anderen, auch dem Bild her bestimmt. Die künstlerischen Arbeiten werden in dieser Perspektive nach ihren möglichen Auskünften über subjektive Bildungsprozesse, ihrer Bedingungen und Dimensionen befragt und gleichzeitig als widerständige, störende, affizierende Dinge auch zum Anlass wieder anderer Bildung(en). Er hat diese These in seiner kunstpädagogische Lehre und Forschung in der Konfrontation mit vielen Bildern und anderen Kunstwerken erprobt, mit Theoretisierungen versehen und in den kunstpädagogischen Diskurs eingebracht. Das Buch „Bildung vor Bildern“, das September 2015 im Transcript-Verlag erscheinen wird, zeugt davon.

Diese Zusammenstellung von Texten zu wesentlichen Themen seines wissenschaftlichen Arbeitens im Schnittfeld von Kunstpädagogik, Bildungstheorie und Psychoanalyse ist auch Ausgangspunkt für die Tagung „nachbild[ ]vorbildern“, die anlässlich Karl-Josef Pazzinis Emeritierung vom 17.-19. September 2015 in Hamburg stattfinden wird. Wir haben dazu Studierende, Schüler/innen und Kollegen/innen von Karl-Josef Pazzini aus der Kunstpädagogik eingeladen, die Art und Weise ihrer individuellen Bezüge zu seinen Arbeiten in entsprechend variablen Formaten zu präsentieren und reflektieren. Uns interessiert, wie diese Bezugnahmen in der eigenen Arbeit nachwirken? Welche Vorträge und Texte von Karl-Josef Pazzini spielen hier eine Rolle? Welche Releküren und Fortführungen (in des Wortes mehrfacher Bedeutungen) zeichnen sich ab?

Die Tagung soll dazu dienen, gemeinsam über die theoretische Ausrichtung des Zusammenhangs von Kunst und Pädagogik nachzudenken. Wir wünschen uns, dass daraus eine Debatte entsteht über das, was die Beitragenden an ihren jeweiligen Plätzen für bedeutsam, festgefahren, unlösbar halten – auch wenn/weil/obwohl/indem sie sich auf von Karl-Josef Pazzini Formuliertes beziehen.

Die Tagung wird organisiert von Torsten Meyer, Andrea Sabisch, Ole Wollberg und Manuel Zahn.

Rückblick auf die Protestaktion „Bildung braucht Bilder“

Wir protestierten am 21.5.2014 in einer bundesweiten Aktion des BDK e.V. im Rahmen der Internationalen Woche der Kulturellen Bildung 2014 (UNESCO) gegen die schrittweise Kürzung und den Abbau des Fachs Bildende Kunst in allen Bundesländern.

Dank der Mithilfe unserer Mitglieder ist es uns gelungen, ein visuelles Statement in Form einer öffentlichen Ausstellung ausgelöschter, übermalter, weggekratzter und -geschnittener Kunstabbildungen in der Hamburger Innenstadt zu setzen, das viele Hamburgerinnen und Hamburger dazu einlud stehen zu bleiben und mit uns über die Situation des Fachs Bildende Kunst zu sprechen.

Anbei noch ein Auszug aus unserer Pressemitteilung, die an verschiedene Hamburger Print- und Onlinemedien ging:

„Die Schullandschaft in Hamburg befindet sich – trotz des im Jahr 2010 von der Bürgerschaft beschlossenen „Schulfriedens“ – im Umbruch. Neben der Einführung der ganztägigen Bildung und Betreuung an Hamburger Schulen und der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischen Förderbedarf an allgemeinbildenden Schulen gilt seit dem Schuljahr 2010/11 an allen Hamburger Schulen eine neue Stundentafel, die den einzelnen Fächern Mindeststundenkontingente für festgelegte Schulstufen zuweist. Seitdem hat das Fach Bildende Kunst mit einschneidenden Kürzungen zu kämpfen. Hatten zuvor Grundschülerinnen und Grundschüler durchgängig zwei Stunden Kunstunterricht in der Woche, ist es nun die Regel, dass in zwei Grundschuljahren nur eine Stunde Kunst in der Woche erteilt wird. In dieser kurzen Unterrichtszeit bleibt den Grundschülerinnen und Grundschülern neben dem Einrichten und Aufräumen der Materialien nur wenig Zeit für kreative Erfahrungen und Prozesse. Die Kürzungen setzen sich an den Stadtteilschulen und Gymnasien weiter fort. Schon ab der 7. Klasse müssen sich die Hamburger Schülerinnen und Schüler im Wahlpflichtbereich zwischen den ästhetischen Fächern Bildende Kunst, Musik oder Theater entscheiden. Somit endet für viele Schülerinnen und Schüler der Kunstunterricht schon nach sechs Schuljahren. Zudem wird das Fach Bildende Kunst oft von fachfremd unterrichtenden Lehrkräften erteilt, denen eine grundständige, künstlerische Ausbildung fehlt.

Dabei ist das Fach Bildende Kunst das Schulfach, das neben der Wissensvermittlung Raum und Zeit bietet für die Entfaltung von Kreativität, Fantasie und Vorstellungsvermögen. Dies sind allesamt wichtige Schlüsselkompetenzen für eine Orientierung in einer zukünftigen Gesellschaft und für ein erfolgreiches Berufsleben, nicht nur in kreativen Berufsbranchen.

‚Kontinuierlicher und fachlich fundierter Kunstunterricht ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Wir wollen daher ein Bewusstsein für diesen Notstand in der Öffentlichkeit schaffen. Als visuellen Appell möchten wir eine Zukunft vor Augen führen, in der eine ästhetisch fundierte Bildung nicht mehr garantiert ist,‘ erklärt Silke Wissmann, 1. Vorsitzende des BDK e.V. – Fachverband für Kunstpädagogik – im Landesverband Hamburg.“

Operation Weißer Riese – Protestaktion der Hamburger Kunstlehrer/innen

Ist das Kunst oder kann die Kunst weg?

Protestaktion von Hamburger Kunstlehrerinnen und Kunstlehrern zum Erhalt des Fachs Bildende Kunst an Hamburger Schulen
am Mittwoch, den 21.05.2014, um 16.00-18.00 Uhr,
auf dem Ida-Ehre-Platz (Mönckebergstrasse)

Die Schullandschaft in Hamburg befindet sich – trotz des im Jahr 2010 von der Bürgerschaft beschlossenen „Schulfriedens“ – im Umbruch. Neben der Einführung der ganztägigen Bildung und Betreuung an Hamburger Schulen und der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischen Förderbedarf an allgemeinbildenden Schulen gilt seit dem Schuljahr 2010/11 an allen Hamburger Schulen eine neue Stundentafel, die den einzelnen Fächern Mindeststundenkontingente für festgelegte Schulstufen zuweist. Seitdem hat das Fach Bildende Kunst mit einschneidenden Kürzungen zu kämpfen. Hatten zuvor Grundschülerinnen und Grundschüler durchgängig zwei Stunden Kunstunterricht in der Woche, ist es nun die Regel, dass in zwei Grundschuljahren nur eine Stunde Kunst in der Woche erteilt wird. In dieser kurzen Unterrichtszeit bleibt den Grundschülerinnen und Grundschülern neben dem Einrichten und Aufräumen der Materialien nur wenig Zeit für kreative Erfahrungen und Prozesse. Die Kürzungen setzen sich an den Stadtteilschulen und Gymnasien weiter fort. Schon ab der 7. Klasse müssen sich die Hamburger Schülerinnen und Schüler im Wahlpflichtbereich zwischen den ästhetischen Fächern Bildende Kunst, Musik oder Theater entscheiden. Somit endet für viele Schülerinnen und Schüler der Kunstunterricht schon nach sechs Schuljahren. Zudem wird das Fach Bildende Kunst oft von fachfremd unterrichtenden Lehrkräften erteilt, denen eine grundständige, künstlerische Ausbildung fehlt.

Dabei ist das Fach Bildende Kunst das Schulfach, das neben der Wissensvermittlung Raum und Zeit bietet für die Entfaltung von Kreativität, Fantasie und Vorstellungsvermögen. Dies sind allesamt wichtige Schlüsselkompetenzen für eine Orientierung in einer zukünftigen Gesellschaft und für ein erfolgreiches Berufsleben, nicht nur in kreativen Berufsbranchen.

Der BDK e.V. – Fachverband für Kunstpädagogik – protestiert in einer bundesweiten Aktion im Rahmen der Internationalen Woche der Kulturellen Bildung 2014 (UNESCO) gegen die schrittweise Kürzung und den Abbau des Fachs Bildende Kunst in allen Bundesländern.

„Kontinuierlicher und fachlich fundierter Kunstunterricht ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Wir wollen daher ein Bewusstsein für diesen Notstand in der Öffentlichkeit schaffen. Als visuellen Appell möchten wir eine Zukunft vor Augen führen, in der eine ästhetisch fundierte Bildung nicht mehr garantiert ist,“ erklärt Silke Wissmann, 1. Vorsitzende des BDK e.V. – Fachverband für Kunstpädagogik – im Landesverband Hamburg.

Weitere Informationen zur bundesweiten Protestaktion:

Pressemitteilung des BDK-Bundesvorstands (PDF)
Zur Situation des Schulfaches Kunst (PDF)
Deshalb Kunstunterricht!(PDF)
Stellungnahme von Clemens Höxter auf „Kultur bildet“

Die Protestaktion der Hamburger Kunstlehrerinnen und Kunstlehrer findet am 21.05.2014 von 16.00-18.00 Uhr auf dem Ida-Ehre-Platz in der Hamburger Innenstadt statt.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
silke.wissmann@bdk-hh.org
claudia.hoffmann@bdk-hh.org