Operation Weißer Riese – Protestaktion der Hamburger Kunstlehrer/innen

Ist das Kunst oder kann die Kunst weg?

Protestaktion von Hamburger Kunstlehrerinnen und Kunstlehrern zum Erhalt des Fachs Bildende Kunst an Hamburger Schulen
am Mittwoch, den 21.05.2014, um 16.00-18.00 Uhr,
auf dem Ida-Ehre-Platz (Mönckebergstrasse)

Die Schullandschaft in Hamburg befindet sich – trotz des im Jahr 2010 von der Bürgerschaft beschlossenen „Schulfriedens“ – im Umbruch. Neben der Einführung der ganztägigen Bildung und Betreuung an Hamburger Schulen und der Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischen Förderbedarf an allgemeinbildenden Schulen gilt seit dem Schuljahr 2010/11 an allen Hamburger Schulen eine neue Stundentafel, die den einzelnen Fächern Mindeststundenkontingente für festgelegte Schulstufen zuweist. Seitdem hat das Fach Bildende Kunst mit einschneidenden Kürzungen zu kämpfen. Hatten zuvor Grundschülerinnen und Grundschüler durchgängig zwei Stunden Kunstunterricht in der Woche, ist es nun die Regel, dass in zwei Grundschuljahren nur eine Stunde Kunst in der Woche erteilt wird. In dieser kurzen Unterrichtszeit bleibt den Grundschülerinnen und Grundschülern neben dem Einrichten und Aufräumen der Materialien nur wenig Zeit für kreative Erfahrungen und Prozesse. Die Kürzungen setzen sich an den Stadtteilschulen und Gymnasien weiter fort. Schon ab der 7. Klasse müssen sich die Hamburger Schülerinnen und Schüler im Wahlpflichtbereich zwischen den ästhetischen Fächern Bildende Kunst, Musik oder Theater entscheiden. Somit endet für viele Schülerinnen und Schüler der Kunstunterricht schon nach sechs Schuljahren. Zudem wird das Fach Bildende Kunst oft von fachfremd unterrichtenden Lehrkräften erteilt, denen eine grundständige, künstlerische Ausbildung fehlt.

Dabei ist das Fach Bildende Kunst das Schulfach, das neben der Wissensvermittlung Raum und Zeit bietet für die Entfaltung von Kreativität, Fantasie und Vorstellungsvermögen. Dies sind allesamt wichtige Schlüsselkompetenzen für eine Orientierung in einer zukünftigen Gesellschaft und für ein erfolgreiches Berufsleben, nicht nur in kreativen Berufsbranchen.

Der BDK e.V. – Fachverband für Kunstpädagogik – protestiert in einer bundesweiten Aktion im Rahmen der Internationalen Woche der Kulturellen Bildung 2014 (UNESCO) gegen die schrittweise Kürzung und den Abbau des Fachs Bildende Kunst in allen Bundesländern.

„Kontinuierlicher und fachlich fundierter Kunstunterricht ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Wir wollen daher ein Bewusstsein für diesen Notstand in der Öffentlichkeit schaffen. Als visuellen Appell möchten wir eine Zukunft vor Augen führen, in der eine ästhetisch fundierte Bildung nicht mehr garantiert ist,“ erklärt Silke Wissmann, 1. Vorsitzende des BDK e.V. – Fachverband für Kunstpädagogik – im Landesverband Hamburg.

Weitere Informationen zur bundesweiten Protestaktion:

Pressemitteilung des BDK-Bundesvorstands (PDF)
Zur Situation des Schulfaches Kunst (PDF)
Deshalb Kunstunterricht!(PDF)
Stellungnahme von Clemens Höxter auf „Kultur bildet“

Die Protestaktion der Hamburger Kunstlehrerinnen und Kunstlehrer findet am 21.05.2014 von 16.00-18.00 Uhr auf dem Ida-Ehre-Platz in der Hamburger Innenstadt statt.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
silke.wissmann@bdk-hh.org
claudia.hoffmann@bdk-hh.org

Operation Weißer Riese – 
Plakatvorlagen

Am Mittwoch, den 21.05.2014, startet der BDK im Rahmen der Internationalen Woche der Kulturellen Bildung 2014 (UNESCO ) erstmalig eine Aktion in allen Bundesländern gegen die schrittweise Kürzung und den Abbau des Fachs Bildende Kunst an Schulen. Ziel ist es, die Öffentlichkeit darauf aufmerksam zu machen, dass kontinuierlicher und fachlich fundierter Kunstunterricht keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

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Pressemitteilung des BDK-Bundesvorstands (PDF)
Zur Situation des Schulfaches Kunst (PDF)
Deshalb Kunstunterricht!(PDF)

Die Protestaktion in Hamburg unter dem Decknamen „Operation weißer Riese“ soll aus einem visuellen Statement bestehen, mit dem der Politik und der Öffentlichkeit eine Zukunft vor Augen geführt wird, in der eine fundierte ästhetische Bildung an Schulen nicht mehr garantiert ist.

Hinter der Operation weißer Riese verbirgt sich die Ausstellung von Protestplakaten, die an Hamburger Schulen erstellt und am Mittwoch, den 21.05.2014, an einer möglichst langen Wäscheleine in der Hamburger Innenstadt präsentiert werden. Der Ort wird noch bekannt gegeben.
Für diese Operation brauchen wir eure Unterstützung!

Wie könnt ihr euch an der Operation weißer Riese beteiligen?

  1. Am Ende dieses Beitrags findet ihr Plakatvorlagen mit verschiedenen Slogans (z.B. „Kunst – ausradiert von der deutschen Bildungspolitik“ oder „Kunst – weggestrichen von der deutschen Bildungspolitik“), die ihr euch ausdrucken könnt. Diese sollt ihr auf DIN A 3 vergrößern und mit euren Schüler_innen bearbeiten. Lasst eure Schüler_innen die Kunst ausradieren, wegstreichen wegschneiden oder wegkratzen. Ihr könnt entweder eine fertige Plakatvorlage nehmen oder in die blanko Vorlagen selbst Kunstwerke hinein kopieren. Alles ist ganz einfach und geht schnell! Bearbeitet die Plakate mit so vielen Klassen wie möglich! Operation Weißer Riese – 
Plakatvorlagen weiterlesen

Kunstkränzchen – die Kekse zahlen wir!

Mit dem Format Kunstkränzchen wollen eine weitere Fortbildungsreihe nach hessischem Vorbild ins Leben rufen.
Etwa einmal im Halbjahr lädt ein Kollege oder eine Kollegin in den Kunstbereich seiner bzw. ihrer Schule ein. Dort gibt es Kekse und die Möglichkeit, in zwangloser Runde ins Gespräch zu kommen.
Ziel ist es, nicht immer im eigenen Saft zu schmoren, sondern beiläufig die Organisationsformen und die Ausstattung verschiedener Hamburger Schulen zu erleben und dabei zu einem bestimmten Thema zwanglos ins Gespräch zu kommen.

Zum Auftakt lädt Claudia Hoffmann in den Kunstbereich der Helene Lange Schule ein. Es erwarten Euch die versprochenen Kekse und kleine Präsentationen zum Thema „Anfänge“. Claudia und Silke werden ein paar Beispiele zu performativen Stundenanfängen vorstellen und Christina zeigt grundschulspezifische methodische Einstiege.

Datum: Mi, 16.4.2014
Zeit: 17:30 – 19:30 Uhr
Ort: Helene Lange Gymnasium, Hamburg
Thema: „Anfänge“

AG Grundschule: Update

von Norbert Osterholt

Seit 1996 existiert das Referat Grundschule im BDK-Bundesverband. Eine erste Aktivität des Referates war es, die „Arbeitsgruppe Grundschule“ ins Leben zu rufen, in der Kolleginnen und Kollegen aus vielen BDK-Landesverbänden zusammenarbeiten. So wurden vor nahezu 20 Jahren die Belange und Interessen des Faches Kunst aus der Perspektive der Grundschule verstärkt wahrgenommen. Dies trug nicht zuletzt zu schulstufenübergreifenden Blickwechseln in einem Fachverband bei, der sich in seiner Tradition und Genese als eher gymnasialer Fachverband sah und verstand.

In den Jahren seitdem hat die Arbeitsgruppe Grundschule kontinuierlich ihre didaktischen Überlegungen und Konzeptionen im Rahmen der Verbandsmedien publiziert und damit eine breite Fachöffentlichkeit erreicht. Dazu gehören: Positionspapiere zum Kunstunterricht in der Grundschule (1998/2001) zu den Ausbildungsbedingungen (2001) sowie zum ästhetischen Lernen im Elementarbereich (2009). Die Publikationen (inzwischen mehrfach neu aufgelegt) sind vielerorts Grundlagentexte in der Ausbildung von Lehramtsstudierenden und Referendaren. Zudem fanden sie Eingang in Kerncurricula und Bildungspläne. Nicht zuletzt dadurch trug die Arbeitsgruppe Grundschule entscheidend dazu bei, Bausteine für ein Gesamtkonzept des ästhetischen Lernens in Grundschule – und auch im Elementarbereich – zu entwickeln.

Die Besonderheit besteht sicher darin, dass in der AG Grundschule Vertreterinnen und Vertreter aus vielen Landesverbänden – zumeist über einen langen Zeitraum – mitarbeiten. Die in die Diskussionen eingebrachten persönlichen und konkreten Erfahrungen spiegeln die bundesweite Fachsituation und integrieren sowohl die Belange und Situationen der Schulpraxis als auch die der Ausbildungsseminare und Hochschulen. So etablierte sich ein Forum, das die länderübergreifende Breite der Grundschulsituation reflektiert und diskutiert.

Aktuell entwickelt die AG Grundschule eine didaktische Grundstruktur zum kompetenzorientierten Kunstunterricht in der Grundschule. Basis der Diskussion und Konzeption sind sowohl die vorangegangenen Konzepte zum Kunstunterricht in der Grundschule sowie zum ästhetischen Lernen im Elementarbereich. Didaktische Elemente wie die „Reflexions- und Tätigkeitsfelder“ oder die „improvisierte Choreografie“ werden ebenso wie „fachbezogene Kompetenzfelder“ in ein Gesamtkonzept eingeflochten und sowohl im Hinblick auf die didaktische Theoriebildung als auch im Hinblick auf den konkreten schulischen Anwendungsbezug ausdifferenziert. Um die Komplexität und Vieldimensionalität des Konzeptes angemessen zu veranschaulichen, arbeitet die AG Grundschule an einer datenbankbasierten Internetseite. Diese Seite soll verschiedene Zielgruppen ansprechen und variable Zugangsmöglichkeiten bieten: konkrete Unterrichtsbeispiele inkl. Material, fachbezogene Textbausteine, Planungsvorschläge u.a. Diese Internetseite soll Anfang 2014 online gehen.

Zurzeit arbeiten in der Arbeitsgruppe Grundschule mit: Ulrike Determann, Kirsten Gehrisch, Gabriele Grote, Christina Kleinow, Constanze Kirchner, Oliver Reuter, Bettina Uhlig, Stephan Wahner, Britta Wawer.

 

Literatur

Ästhetische Erziehung in der Grundschule – Positionspapier der Arbeitsgruppe „Primarstufe“ Sonderdruck der BDK-Mitteilungen 3/98

Der Kunstunterricht in der Grundschule – Zwischen kindlicher Persönlichkeitsbildung und fachlicher Grundbildung Positionspapier der „Arbeitsgruppe Grundschule“. BDK-Materialien Band 8, 2001

Frühkindliche ästhetische Bildung – eine Denkschrift „Arbeitsgruppe Grundschule im BDK e. V. – Fachverband für Kunstpädagogik“. BDK Sonderdruck 2009

Dieser Text ist veröffentlicht in den BDK-Mitteilungen 04_2013.
Norbert Osterholt (Jg. 1960) ist Leiter des Referats Grundschule im BDK-Bundesverband sowie Kunstlehrer in Nordrhein-Westfalen; E-Mail: n-osterholt@versanet.de

26. Internationale Sommerakademie der HAW

Vom 20.7. – 9.8.2014 findet zum 26. Mal die Internationale Sommerakademie am Department Design der HAW Hamburg statt.

Neu in diesem Jahr: Mappenvorbereitung für angehende Studierende.

Außerdem: „Urban Hacking“ des französischen Urban Hacktivist Florian Rivière. In einer Woche loten die Teilnehmenden die unbegrenzten Möglichkeiten der Stadt Hamburg spielerisch aus: Mit gefundenen Materialien wird die Stadt transformiert, Wahrnehmungen sensibilisiert – und es kann zum einen oder anderen revolutionären Statement kommen…

Insgesamt bietet die Sommerakademie eine feine Auswahl folgender Kurse an: vier Kurse für Malerei, einen Fotokurs, einen Illustrationskurs, zwei Installationskurse, je ein Kurs für Siebdruck, Textildesign und Photoshop. Darüber hinaus gibt es einen Kurs für Zeichnen und kreative Prozesse. Die Kurse dauern eine bis drei Wochen.
Seit 2013 finden im Rahmen der Akademie auch kompakte Abendkurse für Malerei und Zeichnen statt.

2014 bietet die Sommerakademie 6 Stipendien für eine kostenlose Kursteilnahme an:

  • 2 x Stipendium für Studierende und Ehemalige des Dept. Design der HAW Hamburg
  • 2 x Stipendium für Hamburger Künstler und Designer
  • 2 x Stipendium für Kunst- und Designstudenten weltweit

Detaillierte Informationen zu den Fristen für Stipendien, Preise, Kursinhalte, Biografien der Dozierenden, etc., finden Sie unter

www.pentiment.de 

und hier:

Informationen zu den Mappenkursen (PDF)
Pressemitteilung 2014 (PDF)

Hamburger Fachverband für Kunstpädagogen