Bericht vom »Sprungbrett zur Kunsthochschule« 2016

Am 4. und 5. November 2016 hat das SPRUNGBRETT zur Kunsthochschule in den Räumlichkeiten der Hochschule für Bildende Künste Hamburg (HfBK) stattgefunden. Insgesamt 14 Schülerinnen und Schüler aus Schleswig-Holstein und Hamburg hatten an den beiden Tagen die Möglichkeit, in einer Weise künstlerisch zu arbeiten, die die begrenzte Zeit und andere einschränkende Bedingungen von Schulunterricht meistens nicht zulassen. Um einen Rahmen zu schaffen, in dem innerhalb der beiden Workshop-Tage Erfahrungen gemacht werden konnten, die möglichst nahe an der künstlerischen Arbeit in der Kunsthochschule sind, haben sieben Studierende der HfBK unterschiedliche Arbeits-Impulse entwickelt. So konnten die Schüler*innen u.a. in den Bereichen Malerei, Zeichnung, Audio/Video-Kunst, Installation, Bildhauerei, Raum- und Konzeptkunst arbeiten.

 

 

Die relativ freien Impulse haben einerseits einen konkreten Anknüpfungspunkt geschaffen, von dem aus Ideen entwickelt werden konnten, andererseits waren die Aufträge frei genug, um die Schüler*innen vor Herausforderungen zu stellen, wie sie zu jedem künstlerischen Prozess gehören: Ratlosigkeit, Überforderung mit der anfänglichen Fülle an schier unendlichen Möglichkeiten, vorübergehendes Scheitern eines Anlaufs, aber auch viel mehr Raum und Zeit als die Schule typischer Weise bieten kann. Einmal mehr hat sich das Format bewährt, indem die Schüler*innen – im Arbeitsprozess begleitet von den Studierenden­ – erstaunlich schnell zu individuellen Herangehensweisen fanden, die sich an einem (Arbeits)Raum, einer Frage, einem Gefühl, einem Objekt, bestimmten Materialien u.v.m. orientieren konnten.

Am Ende beider Tage gab es jeweils eine Zusammenkunft aller Beteiligten. Am ersten Abend standen Austausch und Reflexion über die Erfahrungen mit den Herausforderungen des Tages im Vordergrund, während der zweite Abend für einen großen Rundgang und Präsentationen an den verschiedenen Arbeitsorten reserviert war. Besonders erfreulich war der rege Austausch zwischen den Schüler*innen untereinander aber auch mit den Studierenden, auch während der informellen Programmpunkte. Die gemeinsamen Mittagessen wurden zum Forum für Erfahrungsaustausch und persönliches Kennenlernen.

Neben der Geschwindigkeit war vor allem die Qualität der entstandenen Arbeiten beeindruckend. Davon zeugten neben den entstandenen Arbeiten selbst auch die Ernsthaftigkeit der Arbeitsprozesse und das hohe Reflexionsniveau. Abschließend lässt sich festhalten, dass es auch dem SPRUNGBRETT 2016 gelungen ist, besonders geeignete Schüler*innen einer Kunsthochschule oder zumindest dem Vorhaben eines künstlerischen Studiums näher zu bringen. Viele Schüler*innen meldeten zurück, nach dem SRPUNGBRETT besser zu wissen, welche Art von künstlerischer Arbeit sie interessiere und welche Vorzüge und Nachteile in dieser Hinsicht die Möglichkeiten und Strukturen der kennen gelernten Hochschule aufwiesen. Somit hat das SPRUNGBRETT sowohl zur praktischen und reflexiven Vertiefung als zur Orientierung einen Beitrag leisten können.

Nun sind wir gespannt und freuen uns auf die Kooperation mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) für das SPRUNGBRETT 2017. In Kooperation mit dem Studiengang Illustration im Department Design der HAW führt das Format im vierten Jahr am 3. Und 4. November 2017 erstmals in den Bereich der angewandten Künste. Genauere Information zum Seminarprogramm und zur Bewerbung finden Sie an Anfang September auf unserer Homepage unter http://www.bdk-hh.org.